Gewürztraminer

Spezielle Rebsorte, die zur Herstellung hochreifer und erstklassiger Weine verwendet wird.

Trauben der Rebsorte Gewürztraminer - Vino Culinario
Trauben der Rebsorte Gewürztraminer

Der Gewürztraminer ist eine ausgezeichnete Rebsorte, Spielart des Traminers, in Deutschland besonders an der Südlichen Weinstraße in der Pfalz und in Baden anzutreffen, in Österreich im Burgenland, in Niederösterreich und in der Steiermark. Darüber hinaus wird sie im Elsass, in Norditalien (Südtirol, Friuli-Venezia Giulia) und anderswo angebaut. Diese nicht sonderlich ergiebige Sorte mit ihren rosafarbenen Beeren liefert einen ganz besonderen, ungemein würzigen, ziemlich weichen und in seinen Spitzen ganz und gar bemerkenswerten Weißwein, der stets etwas Besonderes darstellt.

Die Rebsorte Gewürztraminer ist eine autochthone Rebsorte aus Südtirol. Da die Rebe zu Mutationen neigt, gibt es viele Varianten, von denen noch nicht einmal erwiesen ist, ob sie miteinander verwandt sind oder nicht. Die Bezeichnungen variieren deshalb genauso und es ist nicht zu 100 Prozent erwiesen, dass es sich tatsächlich um exakt dieselbe Rebe handelt. In Baden heißt die Rebsorte Klevner oder Clevner, in Ungarn nennt man sie Füszeres und in Kroatien Traminac Mirisavi.

Die kleinen Trauben sind von mittlerer Dichte, von der Form eines Kegels, geschultert und tragen oft eine Beitraube, die sehr klein ist. Die Beeren sind rundlich bis oval und haben eine dicke Schale. Ihr Fruchtfleisch ist farblos, während die Farben der Beeren variieren und je nach Beerenfarbe unterschiedlich benannt werden. So werden die roten Beeren als Roter Traminer bezeichet, die hellroten oder rosa Beeren sind die Farben des klassischen Gewürztraminers und die Beeren mit gelblicher Farbe ergeben den gelben Traminer.

Die Beeren enthalten sehr wenig Säure, dafür jedoch viel Zucker und sie weisen den für diese Rebsorte so intensiven würzigen Geschmack auf, der ja schon in ihrem Namen steckt. Die Rebsorte Gewürztraminer kann als mittelspät reifend klassifiziert werden. Sie stellt sehr hohe Ansprüche, was den Boden und die Lage betrifft. So sollten die Böden nicht zu trocken, aber tiefgründig und warm sein. Sie bringt nicht immer reichen Ertrag, da sie gerade zum Zeitpunkt ihrer Blüte sehr empfindlich ist. Die Rebe weist eine Neigung zu Geiztrieben auf und reagiert sehr empfindlich auf eine Infektion mit der Reisigkrankheit, die über Fadenwürmer übertragen wird.

Ausbau & Geschmack des Gewürztraminer

Weine aus der Rebsorte Gewürztraminer liefern eine Vielfalt an ausgeprägten Aromen wie exotische Früchte, getrocknete Äpfel, Zitrusfrüchte, Waldbeeren, Rosinen, Dörrobst, Litschi, Bitterorange, Marzipan, Kräuter und florale Aromen nach Nelke, Rose oder Flieder. Diese Weine sind eine Kombination aus wohl dosierter Kraft und fruchtiger Intensität, immer mit einer feinen Würze. Das Terroir bestimmt die feinen Unterschiede, die in der Würze liegen. Sie strotzen von einem vollmundigen und opulenten Körper und haben meist einen intensiven Abgang, nachdem sie lang den Gaumen verwöhnen. Sie sind eher arm an Säure.

Die Weine sind sehr gut für eine Lagerung von 2 bis 3 Jahren geeignet und gut haltbar. Ihr Potenzial für die Reifung ist sehr hoch. Der Gewürztraminer kommt gerne als natürlicher Kreuzungspartner in Frage, wie zum Beispiel mit dem St. Georgen, wo als Resultat daraus der grüne Veltliner hervorging.

Gewürztraminer-Wein genießt man am besten zu…

Der Gewürztraminer begleitet perfekt die Küche, die durch die geniale Fusion von Tiroler Kost und Cucina italiana entstanden ist. Er passt hervorragend zu Schalentieren, Krabben und Hummer, zu Räucherlachs, zu auf Curry basierenden Gerichten und überhaupt eignet er sich bestens dazu, Gerichten aus der asiatischen Küche Gesellschaft zu leisten. Mit Edelschimmelkäse harmoniert er auch.

Selbstverständlich ist ein Gläschen Gewürztraminer auch ein gern gesehener Aperitif und Dessertwein, der seine Genießer restlos glücklich macht.

Ursprung und Geschichte der Rebsorte Gewürztraminer

Die Herkunft der Rebsorte Gewürztraminer ist noch nicht restlos geklärt, man vermutet jedoch die Ursprünge der Rebsorte im Südosten Europas, möglicherweise sogar in Ägypten. Im Mittelalter befindet sich die Rebsorte schon im schönen Südtirol, wo sie bereits im 11. Jahrhundert genannt wird, und wird von hier aus rege im Weinhandel vertrieben, was ihr auch den Namen beschert, da sie vor allem in der Ortschaft Tramin beheimatet ist und von hier aus auf den Markt gebracht wird. Sie dürfte eine der ältesten Sorten unseres Kontinents sein und schon unter den Römern als „vitis aminera“ beliebt gewesen sein. In deutschen Regionen taucht sie um 1500 vor allem als Mischung mit dem Riesling auf. Entstanden ist sie durch eine Selektion aus wilden Reben.

Die größten Anbaugebiete der Rebsorte Gewürztraminer

Die Heimat der Rebsorte Gewürztraminer liegt an der Südtiroler Weinstraße, wo sie in den Weinbergen, an den von der Sonne durchfluteten Hängen und Hügeln, zu ihrer vollen Reife heranwächst. In der Gegend von Eppan bis Salurn liegen die Zentren des Anbaus dieser Sorte, die in Italien auf ca. 1.300 ha angebaut wird. Weltweit wächst diese Sorte auf ca. 12.800 ha. Weitere Anbaugebiete, die sich großer Bekanntheit erfreuen, liegen im Südosten der Steiermark, im südoststeirischen Vulkanland in Österreich, wo der Anbau dieser Rebsorte zwar ca. 700 ha beansprucht, jedoch rückläufig ist.

In Frankreich entfallen ca. 3.300 ha mit Schwerpunkt im Elsass auf die Rebsorte, in Deutschland sowie Bulgarien jeweils ca. 1.100 ha, in Ungarn 700 ha, in der Schweiz ungefähr 50 ha, in Luxembourg ca. 20 ha und in Bulgarien und Tschechien jeweils ca. 600 ha auf die Weinbaufläche für die Rebsorte. Die USA, hier führend Kalifornien, kann mit ca. 900 ha Fläche aufwarten, Australien mit 250 ha, Neuseeland mit 280 ha und Südafrika mit 100 ha. Es gibt noch kleinere Anbauflächen in Kanada und auf den Golanhöhen.

Gewürztraminer (Rebsorte, weiß)

  • Art: Edle Weintraube
  • Beerenfarbe: gelb bis rosa
  • Verwendung: Weißweintraube
  • VIVC-Nr. 12609
  • Synonyme: Clevner, Gelber Traminer, Roter Traminer

Rebsorten in Italien

Anbaugebiete in Italien

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