Weinanbaugebiet Kastilien-La Mancha

Das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet nicht nur in Spanien – sondern der Welt!

Weinanbaugebiet Kastilien-La Mancha

Land: Spanien
Region: Castilla-La Mancha
Anbaufläche: 409.969 ha
Weinerzeugung: 23.929.148 hl

Geografie

Klima: mediterran kontinental, heiße Sommer, trocken
Böden: rotbraune Kies- und Lehmböden, kalkhaltig, nährstoffarm

Rebsortenanteil

47,0% 53,0%

Kastilien-La Mancha Karte

SPANIEN_Karte_Kastilien-La-Mancha

≡ Spanische Weinbauregionen

Kontinentales Klima & monumentale Weinmengen aus Spaniens heißer Mitte

Weinreben und Windmühlen, Kastilien-La Mancha, Spanien - Vino Culinario
Weinreben und Windmühlen – zwei der bekanntesten Dinge aus Kastilien-La Mancha in einem Bild.

Die zentralspanische Region Kastilien-La Mancha ist eine Region der Superlative, nicht nur, aber auch in punkto Wein. Nicht nur ist das südöstlich von Madrid gelegene Gebiet mit der Hauptstadt Toledo ungefähr so groß wie Tschechien und berühmt für Don Quijote, sie bildet auch das weltgrößte zusammenhängende Weinanbaugebiet.
Rund 10% der Fläche sind mit Reben bestückt und rund die Hälfte der spanischen Weinproduktion stammt aus ihren Weinbergen und Bodegas. Da Spanien ohnehin schon die Weltrangliste der Weinproduzenten anführt, sind die Zahlen durchaus beachtlich.

Kastilien-La Mancha oder auch Neukastilien ist eine der ärmeren und kargeren Regionen Spaniens, bedingt durch die kontinentale, trockene Lage sind Bevölkerungsdichte und Wirtschaftsleistung sehr gering und liegt der Fokus auch heute noch sehr auf der extensiven landwirtschaftlichen Nutzung. Neben dem seit der Römerzeit angebauten und im nahe gelegene Madrider Königshaus beliebten Wein sind vor allem Oliven, Schafzucht und Getreideanbau die Hauptwirtschaftszweige.

Auch vor Kastilien-La Mancha machte die Reblausplage des 19. Jahrhunderts nicht halt, was dazu führte, dass nach einem großen Flächenverlust die weiße Airén in großem Stil angebaut wurde. Wie in so vielen anderen Regionen begann erst in den 1990er Jahren eine Distanzierung von billigen Massenweinen, die bis heute andauert und sich in der Ausweisung von immer mehr DO-Gebieten niederschlägt, nicht zuletzt dem international bekannten Weinbaugebiet Valdepeñas.

Die große Trockenheit und extreme Temperaturen der weitgehend auf dem zentralen spanischen Hochplateau gelegenen Region macht gebietsweise den Weinbau und andere Landwirtschaft sehr schwierig. Die wichtigsten Städte der Region, die an sieben weitere spanische Regionen grenzt, sind Albacete, Guadalajara, Ciudad Real und Cuenca.

Klima & Böden in Kastilien-La Mancha

Rebstöcke bei Toledo, Kastilien La Mancha, Spanien - Vino Culinario
Die Rebstöcke in Kastilien-La Mancha (hier bei Toledo) stehen aufgrund der großen Trockenheit teils über 2m auseinander.

Das Klima im hochgelegenen, zentralen Spanien ist – trotz der relativen Nähe zu Atlantik und Mittelmeer – weitgehend kontinental und von hohen Temperaturschwankungen und großer Trockenheit geprägt. Die früher nahezu vollständig bewaldete Hochebene, das Iberische Massiv (span. Meseta Central), wurde zur Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen bereits vor Jahrhunderten nahezu komplett abgeholzt, was zu Verarmung der Böden und Extremwetterlagen mit Gewitterneigung führte.

Die meisten Gebiete in Kastilien-La Mancha leiden unter starker Hitze und Trockenheit im Sommer, während die Winter teils gemäßigt, häufig aber auch kalt bis sehr kalt ausfallen. Die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter können 50° C und mehr betragen. Viele trockenheitsresistente Rebsorten kommen mit den kalkhaltigen, nährstoffarmen und häufig steinigen und kiesigen Böden, wie sie in fast der gesamten Region vorherrschen, aber sehr gut klar.
Der Name Valdepeñas bedeutet nicht umsonst „Tal der Steine“. Hier sorgt allerdings das tiefere Kreidegestein, auf der die Rebstöcke wurzeln, für einen gewissen Feuchtigkeitsspeicher.

Die östlichen, näher am Mittelmeer gelegenen Gebiete wie Jumilla und Almansa profitieren von gewissen mediterranen Einflüssen.
Während die Böden der Weinanbaugebiete La Mancha, Valdepeñas, Almansa, Mentrida, Manchuela und Jumilla die vorgenannten Eigenschaften ausweisen, gibt es in den Bereichen Uclés und Mondéjar eher lehmige, teilweise stark kaliumhaltige und in den Flusstälern auch Schwemmlandböden.

Bedeutende Rebsorten in Kastilien-La Mancha

Weinreben Airen - Kastilien-La Mancha, Spanien - Vino Culinario
Die weiße Airén ist flächenmäßig die vorherrschende Rebsorte, wird aber zunehmend von hochwertigen roten Sorten wie Tempranillo und französischen Sorten ersetzt.

Kastilien-La Mancha ist der Grund, warum die weiße Rebsorte Airén jede spanische Reb-Statistik dominiert. Die genügsame Rebsorte kommt mit der herrschenden Trockenheit sehr gut klar und wird in nahezu allen Teilen des großräumigen Gebietes als Grundlage für viele Hektoliter Wein nicht immer bester Qualität angebaut.

Weitere verbreitete weiße Rebsorten sind die Macabeo (auch Viura genannt) sowie in geringerem Umfang die Albillo in den Weinbaugebieten Mentrida und Manchuela.

An roten Sorten dominieren flächendeckend die einheimischen Rebsorten Tempranillo (die hier Cencibel heißt), Bobal und Monastrell, die trotz der Dominanz der Airén teilweise auch die Rebstatistik anführen, z.B. im Weinbaugebiet Manchuela, in dem auf weit über der Hälfte die Bobal angepflanzt wird.

Seit französische Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Petit Verdot sowie Sauvignon blanc und Chardonnay für die meisten D.O.C.-Nominationen zugelassen sind, finden sie vermehrt Einzug in fast alle Gebiete in Kastilien-La Mancha, vor allem, um im Verschnitt mit den einheimischen Sorten die Qualität weiter zu verbessern.

Eine weitere weit verbreitete rote Sorte ist die Garnacha (Tinta), die vor allem in Mentrida, Uclés, Almansa und Valdepeñas zu finden ist und beispielsweise in Mentrida die meistangebaute Sorte ist.

Eine kleine Besonderheit ist die auch als Tafeltraube verwendete weiße Rebsorte Malvar, zugelassen in der DO Mondejar, aus der leichte, rustikale Weine mit schöner Frische entstehen.

Die Weine der Region Kastilien-La Mancha

Valdepeñas, Spanien, Kastilien-La Mancha, Windmühlen und Wein - Vino Culinario
Windmühlen und Wein – die bekanntesten Exportgüter Valdepeñas‘.

Aus den sanften Hügeln Valdepeñas‘ kommt nicht nur der bekannte Schafskäse Manchego, sondern auch der seit Jahrhunderten begehrte und weit exportierte Clarete oder Tinto Tradicional, eine Cuvée aus Rot- und Weißwein, die bis heute als einfacher Landwein beliebt ist.

Besonderes Augenmerk ist jedoch auf die rebsortenreinen, fassgereiften Rotweine aus der Cencibel zu richten, die mehr als alle anderen den qualitativen Aufschwung der Region kennzeichnen.

Diesen Trend sieht man nicht nur in Valdepeñas. Gleiches gilt für die Nominationen Mondejár, Manchuela, Ribera del Jucar, Uclés und die zur Hälfte in der Region Murcia liegende DO Jumilla. In allen vorgenannten Gebieten sind auch Cuvées mit französischen roten Sorten wie Cabernet Sauvignon ein Erfolg, verleihen die nachgenannten Sorten den Weinen doch Komplexität, Fülle und Eleganz. Ergebnis sind einige sehr gute Weine zu vergleichbar noch erschwinglichen Preisen.

Ein weiterer Bereich, der dieses Erfolgsrezept seit den 1980er Jahren mehr und mehr erfolgreich anzuwenden versucht, ist das Gebiet mit den größten Anbauflächen, La Mancha. Da die Rebflächen hier wirklich ausufernd ausfallen, ist auch die Vielfalt der Weine entsprechend breit gefächert. Empfehlenswerte junge Airéns und Rosés ergänzen die erfolgreichen Barrique-Roten.
Werden die einheimischen weißen Rebsorten wie Macabeo mit französischen Sorten verschnitten, gelingt es in einigen Fällen auch, das Kunststück der Rotweine zu wiederholen und elegante, bukettreiche Weißwein-Cuvées zu erzeugen.

Bekannte Erzeuger sind beispielsweise die Bodega Felix Solis (Valdepeñas), einer der größten Weinerzeuger Spaniens, die Fontana Bodegas & Viñedos aus Fuente de Pedro Naharro in Uclés oder der Tempranillo-Experte Alejandro Fernandez, der mit El Vinculo in La Mancha sein bereits viertes Weingut betreibt und durchaus als lebende Wein-Legende zu bezeichnen ist.

Die DO-Regionen von Kastilien-La Mancha

  • Almansa | 1964/1975
  • Dominio de Valdepusa, Pago | 2003
  • Finca Elez, Pago |
  • La Mancha | 1932/1976
  • Manchuela | 2000/2004
  • Méntrida | 1964/1976
  • Mondéjar | 1997
  • Pago Guijoso, Pago | 2005
  • Ribera del Júcar | 2003
  • Uclés | 2005
  • Valdepeñas | 1932/1968

Die VdlT-Regionen von Kastilien-La Mancha

  • Castilla, VdlT | 1999
  • Gálvez, VdlT | 1988
  • Pozohondo, VdlT | 1988
  • Sierra de Alcaraz | 1995

Sehenswürdigkeiten in Kastilien-La Mancha

Toledo, Kastilien-La Mancha, Spanien - Vino Culinario
Die Hauptstadt von Kastilien-La Mancha, Toledo, mit ihrem bekannten Wahrzeichen, der Festung Alcázar.

Wer Kastilien-La Mancha besucht, kommt an den allgegenwärtigen Windmühlen nicht vorbei.
Die Heimat des Don Quijote ist allerdings nicht nur landwirtschaftlich geprägt von sanften Hügeln mit den typischen Mühlensilhouetten und dem weltweit bekannten Manchego-Käse, sondern es warten auch urbane Weltkulturerbe-Städte wie Toledo und Cuenca mit architektonischen, kulturellen und historischen Highlights.
Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt, die Festung Alcázar, und die Kathedrale von Toledo (im Weinbaugebiet Méntrida) sowie die mutig in den Fels gebauten „Hängenden Häuser“ (die Casas Colgadas) von Cuenca im Nordosten der Region sind hier insbesondere zu nennen.

Aber auch die weniger überlaufenen Städte Illescas im Norden Toledos oder das südlich gelegene Ciudad Real sind sehenswert – letztere nicht zuletzt wegen ihrer Nähe zum renommierten Weinanbaugebiet Valdepeñas. Hier können wie in Spanien üblich die landestypischen Weinrouten, die rutas del vinos gebucht und große wie kleine Bodegas, Weinhandlungen und Vinotheken bei einer kulinarischen Erlebnisreise entdeckt werden.

Ein Muss sind der Besuch und die Verkostung der Tempranillo– und Airén-Spezialitäten der Bodega El Vínculo des international bekannten Tempranillo-Meisters Alejandro Fernandez. Aber auch andere interessante Erzeuger liegen in der Nähe. Einer der größten spanischen Weinerzeuger, die Bodega Felix Solis bietet beispielsweise neben Verkostungen und Führungen durch die spektakulär großen Abfüllanlagen ein Weinmuseum und eine große, preisgünstige Auswahl der lokalen Weinprodukte.

Alcalá del Júcar in Kastilien-La Mancha, Spanien - Vino Culinario
Alcalá del Júcar am gleichnamigen Fluss in Kastilien-La Mancha

Eine halbe Autostunde nördlich des Anbaugebietes Mondéjar kann in Guadalajara der prachtvolle Mendoza-Palast, der Palacio del Infantado besichtigt werden. Den Tagesausflug kann man wunderbar verbinden mit einer Weinroute durch die Flusstäler von Tierra de la Alcarria.

Im Osten von Kastilien-La Mancha wartet mit der im 14. Jahrhundert erbauten Burg von Albacete im Weinanbaugebiet Manchuela nahe Almansa eine der schönsten Burgen der Region und auch das Flusstal des blaugrünen, in ausgewaschene Sandsteinfelsen eingebetteten Rio Jucar, insbesondere das pittoreske Örtchen Alcalá del Júcar, ist einen Abstecher wert.

Zahlreiche Naturparks wie der Parque Natural del Alto Tajo bei Guadalajara und der Parque Natural Lagunas de Ruidera auf halber Strecke zwischen Real und Albacete sowie steinzeitliche Höhlenkunst runden eine Reise nach Kastilien-La Mancha stimmungsvoll ab.

Nützliche Links

Datenquellen:
Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación DATOS CAMPAÑA 2020/2021 / K. Anderson, N. R. Aryal: Database of Regional, National and Global Winegrape Bearing Areas by Variety, Wine Economics Research Centre, University of Adelaide, revisierte Auflage 2017
ha = Hektar – hl = Hektoliter

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